Bildanalyse -
immer einem Geheimnis auf der Spur

Es gibt Menschen die behaupten, die eigentlichen Tätigkeiten im Fach Kunst seien Malen und Labern. Nun, damit haben sie vielleicht gar nicht mal so unrecht, aber auch das Labern will gelernt sein. Und wer gut über Bilder labern können will, der sollte sich mit der Bildanalyse auseinandersetzen.

In diesem Abschnitt will ich versuchen, Dir den Sinn und den Weg zu einer richtigen (und damit systematischen) Bildanalyse zu erläutern. Und vielleicht kannst Du Dich schon mal fragen, was mit der Frau im Bild rechts los ist.

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Der Sinn einer Bildanalyse:
Die Mutter sagt zu ihrem Sohn: "Deine Sachen liegen alle auf dem Boden."
Vielleicht kennst Du diesen Satz (ich mußte ihn tausend Mal hören ...) und vielleicht kannst Du Dir auch die möglichen Antworten vorstellen. Der Sohn könnte z.B. sagen:
"Okay, ich werde mein Zimmer sofort aufräumen." (Schleimer) Oder aber er sagt:
"Das liegt an der Schwerkraft," und die Mutter ist endlich über die Wahrheiten des Universums aufgeklärt. Vielleicht sagt der Sohn aber auch:
"Danke, Mama, jetzt werde ich Dir auch helfen," und revanchiert sich für Hilfe seiner Mutter.

Die Mutter sagt etwas und der Sohn antwortet. Wenn diese Antworten alle möglich sind (und es gibt noch mehr), dann kann die Bedeutung der Aussage der Mutter nicht nur an den einzelnen Wörtern liegen. Es liegt an den Wörtern, an der Situation, an dem Tonfall, am Alter der Mutter, am Alter des Sohnes und an vielen anderen Dingen.

Auf Bilder bezogen bedeutet das, daß es nicht genügt festzustellen, WAS zu sehen ist, sondern daß es auch wichtig ist, WIE es dargestellt ist.
Kurz gesagt müssen wir alle Informationen, die wir zu einem Bild zusammentragen können, heranziehen, um uns ein abgerundetes Bild von der Aussage machen zu können.

Die systematische Bildanalyse
Zu einer systematischen Bildanalyse gehören drei Abschnitte - die Beschreibung des Bildes (Semantik), die formale Bestandsaufnahme (Syntax) und die Wirkanalyse (Pragmatik). Ergänzt werden kann eine systematische Bildanalyse durch die Interpretation. (Richtig, erst ganz zum Schluß und nicht einmal unbedingt kommt das Labern, sorry.)

Semantik - die Bildzeichen
Bei der Beschreibung des Bildes wird erst einmal alles genannt, was an Fakten über das Bild vorhanden ist, was besonders auffällig ist, was wo im Bild zu sehen ist. Außerdem wird eine allgemeine Beschreibung des Werkes gemacht.

Syntax - die Zusammenstellung der Bildzeichen
In der Beschreibung wird jetzt die Komposition bearbeitet: Das Format des Bildes und ganz besonders die Linien, die die Blicke des Betrachters führen, werden genannt. Immer an die Leserichtung denken (von links nach rechts!). Danach muß über die Farben, das Licht, die Raumdarstellung und die Darstellungsweise nachgedacht werden.

Pragmatik - das Wirken der Dinge
Wenn alles beschrieben und genannt ist, kann das Zusammenspiel der einzelnen Bildwirkungen unter die Lupe genommen werden, um die für die Bildwirkung bestimmenden Elemente herauszufiltern.

Interpretation
Was will uns der Maler sagen? Diese Frage müßte jetzt beantwortet werden können. Neben den Dingen, die bis hier schon herausgefunden wurden, können jetzt noch ergänzende Information über den Maler, sein Werk, über das Thema seines Bildes, über die Situation, in der es gemalt wurde - alles, was an relevanten Hintergründen besteht genannt werden.



Was ist los mit dieser Frau?
Wenn Du die Antwort vertragen kannst - dann klicke HIER und suche Dir aus dem Menü links das aus, was Du brauchst. Ach ja, oben anfangen ist zunächst ganz gut.